mitteleuropäische zeit

von Lothar Quinkenstein

Mit seinen neuen Gedichten knüpft Lothar Quinkenstein an die poetischen Erkundungen seines Lyrikbandes »gegenort« (2013) an. In der kunstvollen Verschränkung von Nähe und Ferne führen die Verse in die Regionen »mitteleuropäischer zeit«, in die Landschaften einer Lektüre, die einen Schritt nur neben dem allzu Vertrauten beginnt. Gleich einem Echolot suchen Quinkensteins Gedichte nach dem Zerstörten und Verlorenen.

Tumor linguae

von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki

Er ist von allem fasziniert, was wir gern ausschließen und als unrein erklären. Es ist der Schmutz, durch den sich seine Lyrik hindurcharbeitet. Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki, eine der großen unverwechselbaren Stimmen der europäischen Poesie, wählt gesellschaftliche Randzonen als Schauplätze seiner Gedichte: Sterbezimmer, Friedhöfe, Stricherbars, Bahnhofstoiletten, Krankenhäuser, verlassene Orte. An ihnen konzentrieren sich zentrale Momente seines Lebens, wie Schizophrenie

Glückliche Liebe

von Wysława Szymborska

Kurz vor ihrem Tod im Februar 2012 hat die polnische Dichterin und Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska mit ihrem deutschen Übersetzer Karl Dedecius noch einen Gedichtband zusammengestellt, der auf Deutsch erscheinen sollte. Diese Auswahl von Gedichten aus den Jahren 2005 bis 2011 ist zu ihrem Vermächtnis geworden.

»Leichtigkeit ist die hohe Kunst der Wislawa Szymborska.« Peter Hamm. (© Suhrkamp)

Liebesgedichte

von Wysława Szymborska

Beide sind überzeugt, / sie habe ein plötzliches Gefühl vereint. / Diese Gewißheit ist schön, / doch die Ungewißheit ist schöner« – Liebe gehört für Szymborska zum Alltag, ist etwas, das schon seit jeher ge- und erlebt wurde; so hütet sie sich vor großen Worten, ist bisweilen ironisch. Sie kartographiert die Augenblicke, und mit einfachsten sprachlichen Mitteln

Polnisch Poetisch

von Marcin Piekoszewski, Lisa Palmes, Lothar Quinkenstein, Esther Kinsky (Hg.)

Die Anthologie „Polnisch Poetisch“ ist aus der gleichnamigen Veranstaltungsreihe im Jahr 2014 hervorgegangen. Zusammen mit der Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky, die bereits maßgeblich zur Entstehung der Reihe beigetragen hat, entstand der Gedanke, die Gespräche mit den polnischen LyrikerInnen und eine Auswahl ihrer jeweils aktuellen Gedichte in Buchform herauszugeben.

Die

Die Bäume spielen Wald

von Tadeusz Dąbrowski

So kann Dichtung sein: witzig, klug, ironisch, philosophisch und immer überraschend Was ist die Gegenwartslyrik? Tadeusz Dabrowski vergleicht sie mit einer Fledermaus, die in Dachkammern wohnt, am Tag schläft und in der Nacht jagt. „Früher glaubte man, sie nähre / sich von Menschenblut, aber sie / ist mit einer Fliege zufrieden, / mit einem Maikäfer oder Falter.“