Tumor linguae

von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki

Er ist von allem fasziniert, was wir gern ausschließen und als unrein erklären. Es ist der Schmutz, durch den sich seine Lyrik hindurcharbeitet. Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki, eine der großen unverwechselbaren Stimmen der europäischen Poesie, wählt gesellschaftliche Randzonen als Schauplätze seiner Gedichte: Sterbezimmer, Friedhöfe, Stricherbars, Bahnhofstoiletten, Krankenhäuser, verlassene Orte. An ihnen konzentrieren sich zentrale Momente seines Lebens, wie Schizophrenie

Glückliche Liebe

von Wysława Szymborska

Kurz vor ihrem Tod im Februar 2012 hat die polnische Dichterin und Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska mit ihrem deutschen Übersetzer Karl Dedecius noch einen Gedichtband zusammengestellt, der auf Deutsch erscheinen sollte. Diese Auswahl von Gedichten aus den Jahren 2005 bis 2011 ist zu ihrem Vermächtnis geworden.

»Leichtigkeit ist die hohe Kunst der Wislawa Szymborska.« Peter Hamm. (© Suhrkamp)

Liebesgedichte

von Wysława Szymborska

Beide sind überzeugt, / sie habe ein plötzliches Gefühl vereint. / Diese Gewißheit ist schön, / doch die Ungewißheit ist schöner« – Liebe gehört für Szymborska zum Alltag, ist etwas, das schon seit jeher ge- und erlebt wurde; so hütet sie sich vor großen Worten, ist bisweilen ironisch. Sie kartographiert die Augenblicke, und mit einfachsten sprachlichen Mitteln

Polnisches Berlin. Stadtführer

von Robert Traba, Malgorzata A. Quinkenstein (Hg.)

Ein anderes Berlin entdecken – das kann man mit dem Stadtführer »Polnisches Berlin«. Denn die heute fast 100.000 Menschen umfassende polnischsprachige Gemeinschaft des heutigen Berlin trägt mit ihren Arbeitskräften, Unternehmern, Forscherinnen und Kulturschaffenden Einiges zur Lebendigkeit der deutschen Hauptstadt bei. Dennoch sind viele Spuren in der langen deutsch-polnischen Geschichte Berlins in Vergessenheit geraten.

Bestiarium

von Tomasz Różycki

Wer weiß, ob es der namenlose Protagonist des Buches mit dem Alkohol zu weit getrieben hat. Oder träumt er? Eigentlich will er nur nach Hause zu Frau und Kindern – aber wie? Aus dem simplen Vorhaben wird eine geheimnisvolle, phantasmagorische Reise, durch Erinnerungen, durch die Katakomben der Stadt, durch schaurige Untergründe, auf der Suche nach einem geheimnisvollen

Der Osten

von Andrzej Stasiuk

Zurück von der Reise, lauscht Andrzej Stasiuk des Nachts hinaus in die Weite: Was ist das, der Osten, dieses »Reich der Wunder«, das ihn magisch anzieht? Dieses Kontinuum, dessen Erschütterungen von Kamtschatka bis an die Elbe zu spüren sind. Ostpolen, die Heimat, aus der seine Eltern vertrieben wurden? Der Osten namens Sowjetkommunismus, dessen Präsenz die Gesellschaft, in