Berliner Perspektiven: Polen im Wachtraum?

25.10.2019 | 19:00 Uhr | Polnisch & Deutsch | Eintritt frei | Veranstaltungsreihe: Berliner Perspektiven

Eine Diskussion mit Andrzej Leder und Ludger M. Hermanns über die Gegenwart der Vergangenheit.

Ausgangspunkt der Diskussion ist ein historischer Essay, in dem der Warschauer Kulturphilosoph Andrzej Leder den Kern der gesellschaftlichen Umwälzungen Ostmitteleuropas zwischen 1939 und 1956 analysiert: die Ermordung der polnischen Juden unter deutscher Besatzung sowie die Zerstörung des Landadels als Folge der nach 1945 aufgezwungenen sozialistischen Ordnung. Die deutsche Übersetzung von „Polen im Wachtraum“ wirft die Frage auf, wie sich Praktiken der Psychoanalyse von der Ebene des Einzelnen auf ganze Gesellschaften übertragen lassen. Welche Einsichten ermöglicht die polnische Debatte über das Nachwirken des Zweiten Weltkriegs heute in Berlin? In welchem Verhältnis stehen die psychoanalytischen Schulen in beiden Ländern? Und was können deutsche Leser heute über den eigenen Umgang mit der Vergangenheit lernen?

Über Polen im Wachtraum diskutieren:

Andrzej Leder, Kulturphilosoph und praktizierender Psychotherapeut, Professor am Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau.

Ludger M. Hermanns, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mitbegründer des Archivs zur Geschichte der Psychoanalyse, Herausgeber des „Jahrbuchs der Psychoanalyse“ und der Reihe „Psychoanalyse in Selbstdarstellungen“.

Moderation: Felix Ackermann, Kulturwissenschaftler, Stadtanthropologe und Historiker mit den Arbeitsschwerpunkten Migration, Gewalt und Stadtraum im östlichen Europa. Erforscht am Deutschen Historischen Institut Warschau die Geschichte des Gefängniswesens in Polen und Litauen.

Eintritt frei. Das Gespräch findet auf Deutsch und Polnisch statt und wird simultan gedolmetscht.

Wir bitten um eine Anmeldung und Kopfhörerreservierung unter info@buchbund.de

Die Reihe „Berliner Perspektiven: Neue Polnische Bücher im Gespräch“ wird gefördert von:

Berlin – Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten.

Partner:

Trialog e.V. – Netzwerk junger Ideen.