Berliner Perspektiven: Neue Polnische Bücher im Gespräch

Viele polnische Bücher finden jedes Jahr ihren Weg auf den deutschen Buchmarkt, doch nicht alle erhalten in unserer schnelllebigen Zeit die gebührende Aufmerksamkeit. Grund genug, einige ihrer Autorinnen und Autoren in den buch|bund einzuladen, Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Berlin hinzuzubitten und Gedanken auszutauschen – über Gemeinsamkeiten in ihren Werken, unterschiedliche Perspektiven und historische Erfahrungen, literarische Phänomene und gesellschaftliche Veränderungen.

An sechs Abenden werden wir über Lyrik, literarische Reportagen und jüdisch-polnisch-ukrainisch-deutsche Familiengeschichten sprechen. Teil 1 unserer Reihe findet im Frühjahr 2019 statt, Teil 2 folgt im Herbst 2019.

1. Tomasz Różycki | Lothar Quinkenstein | 7.3.20192. Michał Książek | Esther Kinsky | 17.5.20193. N.N. | September 20194. N.N. | Oktober 20195. N.N. | November 20196. N.N. | Dezember 2019

Wann blühen die Akazien? Ein Gedicht und seine Autoren

Poetische Texte schaffen eigene Reflexionsräume, können die Zeit anhalten und einen „Augenblick von Freiheit“ (Hilde Domin) stiften. Die Lesung der Autoren Tomasz Różycki und Lothar Quinkenstein nehmen wir zum Anlass, über die Rolle der Lyrik heute zu sprechen, die Kunst des sprachlichen Bildes und das Territorium der poetischen Wahrnehmung.

Moderation: Dorota Stroińska

7.3. 2019 | 19:30 Uhr | Eintritt frei | Das Gespräch findet auf Deutsch und Polnisch statt und wird simultan gedolmetscht.

Tomasz Różycki (geb. 1970 in Opole) ist Dichter, Essayist, Übersetzer französischer Lyrik. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem renommierten Preis der Genfer Kościelski-Stiftung (2004), dem Josif Brodski-Preis (2006) oder Arts & Literary Prize 3 Quarks Daily (2010). Różyckis Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen „Dwanaście stacji“ (2004) / „Zwölf Stationen. Poem“, Luchterhand München 2009 [Ü: Olaf Kühl], der Roman „Bestiarium“ (2012) / „Bestiarium. Roman„, edition.fotoTAPETA, Berlin, 2016, [Ü: Marlena Breuer] und „Der Kerl, der sich die Welt gekauft hat. Gedichte„, edition.fotoTAPETA Berlin, 2018, [Ü: Bernhard Hartmann] – eine Auswahl aus sieben Gedichtbänden, die zwischen 1997 und 2016 in Polen erschienen sind.

Lothar Quinkenstein (geb. 1967 in Bayreuth) ist Literaturwissenschaftler, Lyriker, Autor von Prosa und literaturwissenschaftlichen Artikeln, Übersetzer aus dem Polnischen. Zuletzt erschien von ihm der Kurzroman „Die Deckelmacher. Ein Bilderbogen„. Er veröffentlichte drei Gedichtbände, zuletzt mitteleuropäische zeit. Gedichte. Lyrikedition 2000, München 2016 und gegenort. Gedichte. Lyrikedition 2000, München 2013. Er erhielt zahlreiche Stipendien und wurde 2017 mit dem Jablonowski-Preis für seine Verdienste auf dem Gebiet des deutsch-polnischen Kulturaustauschs und dem Spiegelungen-Preis für Lyrik ausgezeichnet.

Gespräch im buch|bund: Tomasz Różycki, Lothar Quinkenstein, Dorota Stroińska

Dorota Stroińska ist Literaturübersetzerin aus dem Deutschen ins Polnische (u.a. Karl Jaspers, Rüdiger Safranski, Lutz Seiler, Christian Kracht, Sibylle Lewitscharoff, Ilse Aichinger). Ausgezeichnet mit dem Übersetzerpreis des polnischen Übersetzerverbandes (1998). Finalistin des Mitteleuropäischen Literaturpreises ANGELUS (2018). Leiterin der Deutsch-Polnischen Übersetzerwerkstatt ViceVersa, Gründerin und Koordinatorin des deutsch-polnischen Übersetzerstammtisches „sztamtysz“ in Berlin. Regelmäßige Moderationen, Seminare, Veranstaltungen und Lesungen für erwachsene und junge Leser.

Straße 816: Michał Książek & Esther Kinsky

17.05.2019 | 19:00 Uhr | Polnisch & Deutsch | Eintritt frei

„An der Grenze zu Weißrussland und der Ukraine schlängelt sich die Straße 816 durch die unberührte Flusslandschaft des Bugs. […] Die wenigen Menschen, die Michał Książek trifft, haben das Leben gesehen, sie tragen die Erinnerungen in sich, ob jung oder alt. Seit Jahrhunderten ist dies ein Grenzgebiet verschiedener Ethnien, Konfessionen und Kulturen. Katholische Polen, orthodoxe Ukrainer, deutsche Vernichtungslager, Sobibór lag gleich an der 816, und auch Treblinka war nicht weit weg. […] »Straße 816« ist ein Buch über das Schauen, Riechen und Hören.“ (S.Fischer Verlag)

Michal Ksiazek, geb. 1978, ist Kulturwissenschaftler, Ornithologe, er schreibt Reportagen und Gedichte. Sein Buch »Jakutien, Wörterbuch eines Ortes« (2013) war für den Gdynia-Preis nominiert, sein Gedichtband »Wissenschaft von den Vögeln« (2014) wurde mit dem Silesius-Preis für Lyrik ausgezeichnet, und für seine Reisereportage »Straße 816« (2015) erhielt er im September 2016 den Gdynia-Preis in der Kategorie Essayistik. Ksiazek lebt in Warschau und im Urwald von Bialowieza.

Gespräch im buch|bund: Esther Kinsky, Michał Książek, Marcin Piekoszewski

Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen geboren und lebt in Berlin. Für ihr umfangreiches Werk, das Übersetzungen aus dem Polnischen, Russischen und Englischen ebenso umfasst wie Lyrik, Essays und Erzählprosa, wurde sie vielfach ausgezeichnet. Für Ihren zuletzt erschienen Geländeroman „Hain“ erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse 2018. 

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Inhaltliche Konzeption:
Marcin Piekoszewski (buch|bund), Martin Brand (Trialog e.V.)

Organisation und Durchführung:
Marcin Piekoszewski (buch|bund), Lisa Palmes (Übersetzerin),  Martin Brand (Trialog e.V.)
Trialog e.V. Lisa Palmes logo_buchbund
Förderer und Partner:
Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin
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